Freitag, 25. September 2009, Christoph Ertl
Email, Chatten und gemeinsames Arbeiten an Dokumenten sind ja heutzutage allgegenwärtig. Das Problem der vorhandenen Konzepte ist - vor allem bei Emails - dass es keinen Kommunikationsfaden gibt, dem man folgen kann. Man denke nur an eine Emailkonversation zweier Partner. Nachdem bereits einige Mails hin- und her- geschickt wurden, wird ein weiterer Partner involviert. Spätestens hier entsteht ein Durcheinander, weil alle Beteiligten auf unterschiedliche Versionen der Mails antworten. Das "Textchaos" ist vorprogrammiert.
Auf die Probleme basierend auf inkonsequente Nutzung von Emails möchte ich hier gar nicht eingehen.
Google hat sich dieses Problems angenommen und Google Wave entwickelt. Das Grundkonzept ist denkbar einfach und die Umsetzung sehr beeindruckend.
Anstatt einer Nachricht, auf die eine oder mehrere Antworten geschickt werden, steht hier das Unterhaltungsthema, die sogenannte Wave, im Vordergrund. Es wird zuerst ein "Behälter" für die Kommunikation über ein bestimmtes Thema erstellt. In diesen Behälter schreiben dann alle Beteiligten hinein - und das live. Videos, Screenshots und eine Beschreibung ist auf der Homepage von Google Wave zu finden.
Das Werkzeug wurde erstmals auf der Google IO vorgestellt und fand bereits beim anwesenden Publikum sehr großen Anklang.
Seitdem rollt die Welle immer mehr in die Öffentlichkeit. Dass hier nicht nur positive Stimmen zu hören sind, liegt in der Natur der Sache. Eines muss man auf jeden Fall festhalten. Es war an der Zeit für ein völlig neues, auf den Erfahrungen und Problemen der Vergangenheit basiertes, Konzept zu entwickeln. Und Google ist das meines Erachtens sehr gut gelungen.
Wie die Welle weiterrollt und sich entwickelt ist abzuwarten. Es besteht auf jeden Fall Hoffnung für eine einfachere und produktivere Kommunikation. Vor allem wenn weitere Hersteller auf diesen Zug aufspringen (Und das hoffentlich so, dass alle "Wave" Anbieter zusammenarbeiten).
In Zukunft werden sicherlich viele Menschen mit Google Wave schreiben. Mal sehen wie viele "Googleschreiber" es geben wird ;-)